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Vegane Frozen Joghurt Törtchen mit Erdbeeren + Wochenbericht #3 & #4



Auf diese letzten zusammengefassten Wochenberichte meines persönlichen 30-Tage-Experiments musstet ihr wirklich lange warten. Dafür entschuldige ich mich in aller Form. In den letzten zwei Wochen ging es bei uns wirklich drunter und drüber. Wir mussten sehr unerwartet von einem Familienmitglied Abschied nehmen und durften einige Zeit später ein neues begrüßen. Wir haben eine große Party geschmissen, die ich mit viel Mühe und Zeit im Vorhinein geplant habe (ein ausführlicher Bericht mit vielen Fotos folgt im Juli). Obendrein war ich sehr viel arbeiten und habe nebenbei noch so einiges für die Uni zu tun gehabt. Kurzum: wie schön wäre es doch, wenn der Tag manchmal 30 Stunden und man so viel Freizeit hätte, wie man es sich wünschen dürfte :) Aber weil dem eben nicht so ist (und vermutlich nie sein wird), kommen die beiden letzten Wochenberichte mit geballter Power im Doppelpack und mit etwas zeitlicher Verzögerung. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht krumm und habt dennoch Freude beim Lesen. Obendrauf gibt's übrigens heute noch das Rezept für diese zuckersüßen Frozen Joghurt Törtchen. Sehen sie nicht zum Anbeißen bzw. Abschlecken aus? ;)

Wochenbericht # 3 & #4 - Willkommen in der Servicewüste

Vor unserem großen 30-Tage-Experiment haben wir uns ja wirklich viele Gedanken gemacht (klick!). Auf was muss man achten? Worauf muss man sich einstellen? Was darf man, was ist tabu? Wie fängt man an? Wie macht man weiter? Und natürlich haben wir uns auch im Vorhinein schon die Frage gestellt: wie werden die Leute reagieren? Die Reaktionen unseres näheren Umfelds waren ungefähr so vielfältig wie die Begegnungen mit den Menschen während unseres Experiments. Womit wir allerdings niemals gerechnet hätten, war der Umgang mit veganer Ernährung im Gastronomiebereich. Es war wohl reichlich naiv von mir zu glauben, dass in einer multikulturellen und weltoffenen Stadt wie Berlin diese Offenheit auch den zahlreichen ungewöhnlicheren Ernährungsmodellen zuteil werden würde. Nix da, kann ich euch sagen. Was wir bei dem ein oder anderen Restaurantbesuch kennenlernen durften, war die sprichwörtliche Servicewüste in Personalunion. Doch bevor ich nun zu den weniger positiven Erlebnissen komme (die durchaus komisches Potenzial haben), beginne ich mal mit einem Vorzeigebeispiel.
Gleich in der ersten Woche unseres Experiments war ich mit einer lieben Bloggerkollegin zum Essen in einem türkischen Restaurant verabredet. Wir kannten uns vorher nicht persönlich und so war ich ehrlich ein bisschen erleichtert, als sich herausstellte, dass sie Vegetarierin ist. Das war prima, denn man brauchte sich weder zu erklären noch zu rechtfertigen. Tatsächlich war das nämlich relativ oft der Fall, wenn man auf andere (unbekannte) Menschen traf. Wie oft habe ich die Frage zu hören bekommen "Warum denn ausgerechnet vegan? Da darf man doch nix mehr essen, oder?". An dieser Stelle spreche ich allen überzeugten Veganern mein herzliches Beileid aus, denn die Beantwortung dieser ständigen Fragerei ist ganz bestimmt unglaublich nervig. Na jedenfalls stellte sich nicht nur meine Begleitung als herrlich unkompliziert und tolerant im Umgang mit meinem veganen Tapetenwechsel heraus, sondern auch die Wahl des Restaurants war ein Volltreffer. In der Karte waren passende vegane Gerichte doch tatsächlich als solche gekennzeichnet. Das war super. Noch besser wurde es, als die Bedienung ziemlich flexibel auf meine Bitte reagierte, mir doch bitte eine vegane Vorspeisenplatte (die so nicht in der Karte stand) zusammenzustellen. Ganz beschwingt dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn: "Das wird ja doch leichter als gedacht!".



Schon bald wurde ich eines Besseren belehrt. Unsere dritte Woche lehrte uns eines: (einige) Berliner Restaurants sind in puncto Veganismus scheinbar ungefähr so flexibel wie eine Brechstange. Das erste niederschmetternde Erlebnis hatte ich - was für eine Ironie - abermals in einem türkischen Restaurant. Noch an der Tür hatte ich meiner Familie nichts ahnend beschwingt von meinem ach so positiven Erlebnis bei meinem ersten Restaurantbesuch mit gleicher Küche erzählt und großspurig behauptet: "Ich finde bestimmt etwas in der Karte!". Dass vegane Gerichte in der Speisekarte nicht gekennzeichnet waren, war erst einmal der offensichtlichste Unterschied zwischen den Restaurantes. Bei letzterem nicht weiter verwunderlich, denn es befand sich tatsächlich kein einziges veganes Hauptgericht und kein einziges veganes Dessert im Angebot. Prima! Da zerplatzte ja meine Seifenblase eines umkompliziert erfolgreichen Restaurantbesuchs sprichwörtlich in der Luft. Hrmpf! Das positive Erlebnis meiner letzten gemischten Vorspeisenplatte noch im Hinterkopf, nahm ich mir selbiges noch einmal vor. Tja, was soll ich sagen. Die Vorspeisenkarte glänzte mit drei potenziell veganen Gerichten. Die erste Herausforderung war es, aus dem Kellner herauszubekommen, ob selbige denn auch tatsächlich vegan seien. Er hat partout nicht so richtig verstanden, worauf ich eigentlich hinaus wollte. Irgendwann hatten wir uns endlich darauf verständigt, dass die drei Gerichte unbedenklich seien. Mein bescheidener Wunsch: eine gemischte Vorspeisenplatte ausschließlich mit den drei veganen Produkten, etwas Brot und vielleicht ein paar Oliven. Das war zu viel für die Servicekraft. "Das geht nicht, alles einzeln bestellen!", war seine Antwort. Bitte? Erstens schaffe ich niemals drei ganze Vorspeisen und zweitens: was ist bitte das Problem daran, die vegane Auswahl in drei kleineren Portionen auf einen Teller zu bringen? Hinzu kam, dass die Karte durchaus eine Vorspeisenplatte ausschrieb - man hätte sie für mich nur ein wenig anpassen müssen. Das war aber wohl eine unlösbare Aufgabe und so musste ich zwei einzelne Vorspeisen bestellen. Resignation pur!
Eine weitere nette Anekdote bescherte uns die Servicekraft in einem Restaurant in einem recht gut betuchten Teil der Stadt. Zum Auftakt der WM war draußen ein kleines Barbeceu (Grillfleisch, Würstchen und Fleischspieße) aufgebaut. Neben den Grillspezialitäten wurden aber auch noch ein paar Salate gereicht. Vor uns hatte ein anderer Gast einen sehr schmackhaft aussehenden Nudelsalat bestellt. Also fragten wir vorsichtig beim Kellner nach, ob der denn auch vegan sei. Seine Antwort: "Ja ja, der is vegan. Da is keen Fleisch drin." Ah ja, na dann braucht sich der Veganer ja keine Gedanken mehr machen - ähem! Glücklicherweise kam eine versiertere Kollegin zur Hilfe und versicherte uns, dass ebenfalls keine Milchprodukte oder Eier verarbeitet seien. Nudelsalat wurde bestellt! Die abschließende Frage vom Kellner: "Darf's denn noch wat vom Grill sein?"


Nun will ich euch aber mal noch rasch das Ruckizucki-Rezept für diese erfrischenden Frozen Joghurt Törtchen mit Erdbeeren verraten. Eines sei vorneweg gesagt: damit die Törtchen in Form bleiben, müssen sie natürlich ordentlich durchfrieren. Das hat aber zur Folge, dass die Konsistenz im Innern eventuell etwas splitterig wird. Ich mag das ja. Wer es nicht so gern hat, stellt die Rohmasse in den Gefrierer, püriert sie nochmals durch und genießt einen ganz klassischen Frozen Joghurt.


Wir brauchen für 4 vegane Törtchen:

4 Dessertringe (∅ 7,5 cm)
500 g Erdbeeren
500 g Sojajoghurt
2 EL Agavensirup
1 Spritzer Zitrone


Zunächst werden die Dessertringe auf einer Seite in Alufolie eingeschlagen, sodass der Joghurt nicht auslaufen kann. Anschließend werden ca. 250 g der Erdbeeren halbiert und mit der Schnittfläche nach außen am Rand der Förmchen verteilt. Nun werden die übrigen Erdbeeren mit Joghurt, Agavensirup und Zitrone in einem hohen Gefäß püriert und die Masse schließlich gleichmäßig auf alle vier vorbereiteten Ringe verteilt. Anschließend geht's für etwa 1,5-2 Stunden in den Gefrierschrank. Um die Törtchen problemlos aus der Form lösen zu können, sollte man den Ring ein wenig mit den Händen erwärmen und vielleicht mit einem scharfen Messer am inneren Rand entlang fahren. Fertig!

Alles Liebe, eure Anne


Kommentare:

  1. Vegan zu essen stelle ich mir genauso schwierig vor wie clean zu essen. Das ist in manchen Restaurants echt unmöglich!
    Deine Törtchen sehen super aus, fehlen nur noch 30 Grad draußen :) Lg

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    1. Es ist wirklich schade, dass es bewusst lebenden Menschen manchmal so schwer gemacht wird. Mein Experiment hat mich auf jeden Fall für dieses Problem sensibilisiert! :)
      Und liebsten Dank für das schöne Kompliment zu den Törtchen!

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  2. Liebe Anne,
    ich habe dein veganes Experiment interessiert verfolgt (peinlicherweise ohne mitzumachen).
    Und ich bewundere dich sehr dafür, dass du das durchgehalten hast.
    Allerdings hast du ja wie ich sehe so tolle Rezepte ausfindig gemacht, dass es sich nicht nach verzichten anfühlt :)
    Alles Glück der Welt für deine Abschlussarbeit. (NdL?)
    Fühl dich gedrückt,
    Stefanie

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    1. Liebe Stefanie,
      vielen Dank für deine lieben Worte! Schade, dass du nicht mitgemacht hast - aber beim nächsten Blogevent bist du dabei ;)

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  3. Deine Erdbeer-Törtchen sehen sehr schön aus. Tolle Fotos :)
    Vegan zu leben, habe ich auch schon einmal für einen Monat ausprobiert. Nach dem Monat bin ich aber doch wieder zurück in mein Leben als Vegetariarin gegangen ;)
    Liebe Grüße, Jana

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    1. Liebe Jana,
      vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Ich finde es ja immer wieder spannend, auch kulinarisch Neues auszuprobieren. Vegan war dabei ein Extrem, bei dem wir nicht bleiben werden. Was waren denn deine Gründe, dich wieder vegetarisch zu ernähren? Das finde ich ja immer sehr spannend ;)
      Alles Liebe, Anne

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